StartNewsArchitekturSpatenstich für Rothrister «Bornapark» ist erfolgt

Spatenstich für Rothrister «Bornapark» ist erfolgt

Seit dem 19. Januar sind die Bauarbeiten für den neuen Bornapark der Arbeits- und Wohngemeinschaft Borna in Rothrist in vollem Gang. Das Projekt des Büros Malte Kloes Architekten soll im 2025 bezogen werden.

Mit dem Neubauprojekt «Bornapark» in Rothrist strebt die Rothrister Arbeits- und Wohngemeinschaft Borna eine Gesamterneuerung der Gebäude samt Werkstätten an. Bei Borna han­delt es sich um eine Arbeits- und Wohngemeinschaft für erwach­se­ne Menschen mit einer psy­chi­schen oder einer Sinnesbeeinträchtigung. 83 Menschen mit einer Beeinträchtigung wer­den in ver­schie­de­nen Wohnformen unter­stützt. 

Grösstes Bauprojekt der Borna-Geschichte

Borna hat eine 93 jäh­ri­ge Geschichte hin­ter sich, doch han­delt es sich bei die­sem Projekt ver­mut­lich um eines der wich­tigs­ten Meilensteine der Unternehmensgeschichte. «Noch nie hat die Borna ein so gros­ses Bauprojekt in Angriff genom­men», erklärt Felix Schönle, Verwaltungsratspräsident der Arbeits- und Wohngemeinschaft. Das Neubauprojekt, das auf 65.2 Millionen Franken ver­an­schlagt ist, soll im Jahr 2025 bezo­gen wer­den kön­nen. Für die Finanzierung des Projektes ist die Arbeits- und Wohngemeinschaft noch auf Spenden ange­wie­sen (mehr Informationen).

Mit der Gesamterneuerung möch­te die Institution nicht nur einen Grundstein für die nächs­ten Jahrzehnte legen, son­dern auch ein Zeichen set­zen, wie wich­tig ihnen Menschen mit einer Beeinträchtigung sind. Denn die im Jahre 1978 erstell­ten Gebäude Wohnheim und Werkstatt sind an einen Punkt gekom­men, in wel­chem eine Totalsanierung der bestehen­den Bausubstanz oder ein Neubau unum­gäng­lich sind. Nach einer erfolg­rei­chen Realisierung ver­fügt die Institution wie­der über eine opti­ma­le und zeit­ge­mäs­se Infrastruktur, um den Bedürfnissen der zu betreu­en­den Menschen gerecht zu wer­den. Das Projekt umfasst rund 48 Plätze im Wohnbereich sowie 118 geschütz­te Vollzeit-Arbeitsplätze inklu­si­ve Tagesstruktur für 40 Betreute in der Werkstatt. Die unter­schied­li­chen Wohnformen leis­ten einen wich­ti­gen Beitrag, um die Autonomie, Integration und Selbstbestimmung der Klienten zu för­dern. Die funk­tio­nal geglie­der­ten Arbeits- und Beschäftigungsplätze ermög­li­chen einen opti­ma­len Arbeitsablauf und eine Weiterentwicklung der viel­fäl­ti­gen Angebote.

Realisierung in Angriff genommen

Von der ers­ten Eingabe bis hin zum Spatenstich dau­er­te es rund sie­ben Jahre: Nachdem die Eingabe des ers­ten Bauprojekts im Jahr 2016 vom Kanton zurück­ge­wie­sen wur­de, reich­te die Arbeits- und Wohngemeinschaft drei Jahre spä­ter, im 2019, ein zwei­tes Neubauprojekt inklu­si­ve über­ar­bei­te­ter Strategie beim Kanton ein. Im Rahmen die­ses zwei­ten Projektes wur­de ein nicht anony­mer Studienauftrag mit Präqualifikation durch­ge­führt. Im 2020 folg­te die Bewilligung. Zwei Jahre spä­ter wur­de im Frühjahr 2022 die Baueingabe gemacht, wel­che anfangs 2023 bewil­ligt wur­de und somit einem Baubeginn nichts mehr im Wege stand. Kein Wunder liess Verwaltungsratspräsident Felix Schönle, beim Spatenstich am 19. Januar 2023, ver­lau­ten: «Was lan­ge währt, wird end­lich gut». Im Frühling 2025 sol­len die Klientinnen und Klienten den neu­en «Bornapark» bezie­hen kön­nen und von diver­sen Vorteilen pro­fi­tie­ren: Mehr Privatsphäre, Selbstbestimmung wie auch Autonomie.

«Bornapark» verbindet Wohnen und Arbeiten

Das Projekt «Bornapark» des Zürcher Büros Malte Kloes Architekten plat­ziert die bei­den Einheiten Wohnen und Arbeiten an den jeweils opti­ma­len Standorten und bet­tet sie in ein über­ge­ord­ne­tes Landschaftskonzept ein. Ein der Topografie fol­gen­des Wegenetz ver­bin­det die Wohngebäude mit der Werkstatt und macht den Arbeitsweg zu einem Naturerlebnis. Die Verwendung von Holz sorgt nicht nur für eine vor­teil­haf­te Grauenergiebilanz, son­dern wird samt sei­ner orga­ni­schen, war­men Ausstrahlung zugleich als iden­ti­täts­stif­ten­des Gestaltungselement in Fassaden und Innenräumen genutzt.

Die Aufrechterhaltung der bestehen­den Gebäude bis zur Fertigstellung der jewei­li­gen Neubauten galt von Anfang an als Grundvoraussetzung. Um Beeinträchtigungen des fort­lau­fen­den Betriebs auf ein Minimum zu redu­zie­ren, wird einem mög­lichst fle­xi­blen Bauprozess und einer kur­zen Bauzeit hohe Priorität bei­gemes­sen. So wer­den die Neubauten gleich­zei­tig und bei fort­lau­fen­dem Betrieb erstellt. Anschliessend an die Fertigstellung und den Umzug in den Neubau wer­den die Bestandesbauten rück­ge­baut und die Umgebung fer­tig­ge­stellt.

Die Büro für Bauökonomie AG ist beim Projekt «Bornapark» seit der Präqualifikation zum Studienauftrag mit dem Architekten unter­wegs. Seit dem Vorprojekt bil­det die BfB AG gemein­sam mit Malte Kloes Architekten das Generalplanerteam und ist zustän­dig für die Kosten, die Termine, die Ausschreibung und die Bauleitung.

Bauherrschaft: Borna, Arbeits- und Wohngemeinschaft Rothrist
Architektur: Malte Kloes Architekten
Baumanagement & ARGE-Partner Generalplanung: Büro für Bauökonomie AG
Landschaft: Andreas Geser Landschaftsarchitekten AG

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