StartNewsBauwirtschaftSolarstrom vom Kirchendach: Evangelisch Wil plant Bau einer Fotovoltaikanlage

Solarstrom vom Kirchendach: Evangelisch Wil plant Bau einer Fotovoltaikanlage

Die Kirchbürgerschaft von Evangelisch Wil befindet am 29. März nicht nur über die Rechnung und das Budget, sondern auch über die Dachsanierung der Kreuzkirche und eine neue Beleuchtung. Eine Fotovoltaikanlage soll jährlich 85’000 kWh Strom liefern.

Beim Bau der Kreuzkirche im Jahre 1963 wur­de die­se mit einem Dünnkupferdach aus­ge­stat­tet. Dieses erfüll­te über Jahrzehnte sei­ne Zwecke, hat jedoch sei­ne Lebensdauer über­schrit­ten.

Zusammen mit Fachpersonen hat die Evangelische Kirchgemeinde nun ein Sanierungsprojekt aus­ge­ar­bei­tet. Anstelle des rei­nen Ersatzes des Dünnkupferdachs wur­de als Alternative die Installation einer voll­flä­chi­gen Indach-Fotovoltaik-Anlage (PV) geprüft. Dies bedeu­tet, dass anstel­le des Dünnkupferdachs die PV-Elemente als äus­sers­te Schicht funk­tio­nie­ren wür­den. Gemäss den Abklärungen mit dem Denkmalschutz ist der Einbau einer PV-Anlage mög­lich. Zudem sind eine zusätz­li­che Wärmedämmung, der Ersatz des Unterdachs und die Streichung der Fassade vor­ge­se­hen.

85’000 kWh pro Jahr

Gemäss den Berechnungen beträgt die Stromproduktion des Kirchendachs rund 85’000 kWh pro Jahr. Diese Produktion ist höher, als die Kreuzkirche und das Kirchgemeindehaus jähr­lich zusam­men brau­chen. Wenn immer mög­lich wird der pro­du­zier­te Strom direkt selbst ver­wen­det. Da im Sommer am meis­ten Strom pro­du­ziert und im Winter am meis­ten Strom ver­braucht wird, sind die Produktions- und Verbrauchsspitzen sai­so­nal ver­scho­ben. Der zu viel pro­du­zier­te Strom wird ins Netz ein­ge­speist und der feh­len­de bezo­gen.

Mehrkosten von 160’000 Franken

Die aktu­el­len Kostenschätzungen für die Dachsanierung mit PV-Anlage belau­fen sich auf 690’000 Franken. Die Mehrkosten gegen­über dem Ersatz des Dünnkupferdaches betrü­gen rund 160’000 Franken, teil die Kirchgemeinde mit. In die­sem Betrag berück­sich­tigt ist, dass mit der PV-Anlage das Kupferdach ein­ge­spart wird und Förderbeiträge bezo­gen wer­den kön­nen.

Gerechnet mit den aktu­el­len Einspeisungs- und Bezugspreisen des Stroms sind die Mehrkosten für den Einbau der PV-Anlage in rund 12 Jahren amor­ti­siert. Für die Finanzierung wird die Rückstellung von 300’000 Franken auf­ge­löst und der Restbetrag über die Verwaltungsrechnung abge­schrie­ben.

Dachsanierung erst nächstes Jahr

Im Weiteren wird für die Kreuzkirche ein neu­es Beleuchtungskonzept erar­bei­tet. Ausschlaggebend ist, dass für die heu­ti­gen Lampen kei­ne Leuchtmittel mehr erhält­lich sind. Zudem ent­spricht die Beleuchtung nicht mehr den aktu­el­len Bedürfnissen. Der Investitionsantrag für das neue Beleuchtungskonzept wird vor­aus­sicht­lich in einem Jahr an der Kirchgemeindeversammlung 2024 vor­ge­legt.

Aufgrund der aktu­el­len Lieferbedingungen der Anlageteile ist eine Realisierung der Dachsanierung in die­sem Jahr nicht mehr mög­lich. Der Baustart ist auf den Sommer 2024 vor­ge­se­hen. Bei einer Zustimmung zum neu­en Beleuchtungskonzept im nächs­ten Jahr wäre somit eine gemein­sa­me Realisierung mög­lich und es könn­ten Synergien genutzt wer­den.

Deutlich besserer Rechnungsabschluss

An der Informationsveranstaltung vom Dienstag, 21. März, wird um 19.30 Uhr im Kirchgemeindehaus aus­führ­lich über die Projekte der Dachsanierung und des Beleuchtungskonzepts infor­miert. Vor Ort sind Experten und Fachplaner und es besteht die Möglichkeit, indi­vi­du­el­le Fragen zu beant­wor­ten.

Die Abstimmung erfolgt an der Kirchgemeindeversammlung vom Mittwoch, 29. März. Dort wird auch über die Jahresrechnung 2022 und den Voranschlag 2023 befun­den. Die Rechnung 2022 schliesst mit einem Plus von 180’000 Franken deut­lich bes­ser ab als bud­ge­tiert. Für das lau­fen­de Jahr 2023 wird mit einem Aufwandüberschuss von rund 75’000 Franken gerech­net. (pd)

Sourcebzbasel
RELATED ARTICLES
Anzeigespot_img

Beliebteste