StartNewsProdukteErnstfall in Ilanz: Flumroc Steinwolle schützte vor Feuer

Ernstfall in Ilanz: Flumroc Steinwolle schützte vor Feuer

In Ilanz (GR) ist Anfang 2022 ein Mehrfamilienhaus abgebrannt. Aber: Mit Flumroc Steinwolle gedämmte Bereiche des Erdgeschosses trotzten den Flammen. Nun ist ein Neubau an gleicher Stelle geplant – natürlich mit nicht brennbarer Steinwolle von Flumroc.

An einem Sonntagnachmittag im Januar 2022 wähl­te eine Frau aus Ilanz den Notruf: In ihrer Wohnung im ers­ten Stock brann­te es. Die Bewohnerin konn­te das drei­stö­cki­ge Haus selbst ver­las­sen, ver­letzt wur­de nie­mand. Spätere Untersuchungen der Brandermittler erga­ben, dass das Feuer ver­mut­lich wegen eines defek­ten Elektrokabels aus­ge­bro­chen war.

Nach den Löscharbeiten war das Haus mit Baujahr 1945 nicht mehr bewohn­bar, wie Eigentümer Paul Curschellas berich­tet. Der Architekt und sein Team hat­ten im Gebäude gewohnt und gear­bei­tet. «Ein Teil der Räumlichkeiten ist aber – bis auf Schäden durch Löschwasser und Rauch – heil geblie­ben: das Erdgeschoss, das ich in zwei Etappen 2001 und 2006 mit Flumroc-Steinwolle erneu­ert hat­te.» Die Platten hat­te Curschellas bewusst in Wänden und Decken ver­baut, um Akustik und Brandschutz im Altbau zu ver­bes­sern.

Drei Jahre nach dem Feuer, Anfang 2025, brach­te Curschellas schliess­lich einen Teil der alten Steinwollplatten aus dem Brandobjekt ins Flumroc-Werk nach Flums zum Recycling. Nun plant er einen Ersatzneubau an glei­cher Stelle beim Bahnhof Ilanz – ein sie­ben­stö­cki­ges Mehrfamilienhaus mit gemisch­ter Nutzung: im Erdgeschoss Läden und Gewerbe, dar­über 2,5- und 3,5‑Zimmer- sowie zwei Attikawohnungen. Baubeginn ist 2026 geplant.

Für den Neubau setzt der Architekt bewusst wie­der auf Holz – gleich wie beim alten Haus, nur moder­ner: Er hat sich für einen Systembau ent­schie­den. «Durch die Vorfabrikation in der geschütz­ten Halle hat der Systembau unter ande­rem den Vorteil hoher Präzision. Zudem ist das Gebäude auf der Baustelle ver­hält­nis­mäs­sig schnell errich­tet», sagt Curschellas. Beim Dämmmaterial ver­traut er wie­der auf Flumroc-Steinwolle. Sie kommt in der hin­ter­lüf­te­ten Fassade zum Einsatz.

Nur das Erdgeschoss hielt dem Brand im Jahr 2022 stand. Es war rund 20 Jahre zuvor mit Flumroc-Steinwolle erneu­ert wor­den.

Ein wei­te­res wich­ti­ges Kriterium war für ihn die Nachhaltigkeit: «Flumroc-Steinwolle über­zeugt mit ihrer Ökologie.» Verantwortung im Umgang mit begrenz­ten Ressourcen sei ihm wich­tig. Zusätzlich plant er ein Erdregister in gerin­ger Tiefe unter dem Haus – eine Alternative zur Erdsonde, die im Winter heizt und im Sommer kühlt. Angetrieben wird das System von einer Wärmepumpe, deren Strom aus einer rund 350 Quadratmeter gros­sen Photovoltaikanlage an Fassade und Dach stammt. Unter den Modulen auf dem Dach wer­den die künf­ti­gen Bewohnerinnen und Bewohner die Aussicht auf die Bündner Berge genies­sen kön­nen.

«Nicht nur Brandabschnitte lassen sich mit Flumroc-Steinwolle optimal umsetzen»

Gespräch mit Paul Curschellas

Herr Curschellas, Ihr Holzhaus ist abge­brannt, nun pla­nen Sie einen Ersatzneubau. Hat das Feuer die Wahl des Baumaterials beein­flusst?
Nein. Denn zuerst ein­mal gilt: Holz ist im Brandfall gleich gut wie ein Massivbau. Ich baue seit 20 bis 30 Jahren vor­wie­gend mit die­sem natür­li­chen Rohstoff. Die Holzsystembauweise bie­tet zahl­rei­che Vorteile – vom guten Wohnklima über die Nachhaltigkeit bis hin zur Präzision beim Bauen. Und in Graubünden gibt es seit jeher Häuser aus Holz und Betriebe, die sie bau­en.

Der mit Flumroc-Steinwolle gedämm­te Bereich blieb beim Brand weit­ge­hend unver­sehrt. Verwenden Sie die­sen Dämmstoff auch beim Neubau?
Flumroc-Dämmplatten bie­ten einen sehr guten Schutz im Brandfall, das stimmt. Wir brau­chen Bauteile, die Brandabschnitte bil­den und Geschosse von­ein­an­der tren­nen. Die Steinwolle aus Flums ist dafür opti­mal. Neben dem Brandschutz hat sie vie­le wei­te­re Vorteile: Die Flumroc-Dämmplatten 1 und DISSCO har­mo­nie­ren per­fekt mit unse­rem Projekt. Ausserdem pro­du­ziert Flumroc regio­nal – kein logis­ti­scher «Zirkus». Nicht zu ver­ges­sen ist der Schallschutz.

Weil das Haus beim Bahnhof steht?
Nein, es geht vor allem um den Schallschutz zwi­schen den Wohnungen. Ein Bahnhof ist heu­te lei­ser als eine Strasse – dank moder­nem Rollmaterial und Trassee.

Bei der Planung sind Sie anders vor­ge­gan­gen als vie­le ande­re Architekturbüros. Wie?
Wir haben das Haus von aus­sen nach innen ent­wi­ckelt. Meist legt man zuerst die Innenanforderungen fest. Bei uns war das Innere aber gesetzt, also konn­ten wir mit dem Aussenraum begin­nen. Wir stimm­ten uns inten­siv mit Gemeinde und Nachbarn ab. So ent­steht ein neu gestal­te­tes Quartier mit Grünfläche, Park und Allee. Zur Mobilität haben wir erreicht, dass nur eine Tiefgarage für das gan­ze Quartier gebaut wird – statt meh­re­re mit je eige­nen Zufahrten und viel ver­sie­gel­ter Fläche.

Ist ein solch gemein­sa­mes Vorgehen nicht zeit­auf­wen­dig?
Relativ. Es braucht Zeit und gutes Timing, aber am Ende lohnt es sich für alle: für die Gesellschaft dank guter Aussenräume, für die Wirtschaft dank lang­le­bi­ger Bauten und für die Umwelt dank bewuss­ter Materialwahl und Rezyklierbarkeit.

Parallel zur Planung lief der Rückbau des alten Hauses. Sie brach­ten Steinwolle nach Flums zum Recycling. Wie wich­tig ist Ihnen das Thema?
Recycling war mir immer extrem wich­tig. Bauen ver­langt vie­le Ressourcen, und ein ver­ant­wor­tungs­vol­ler Umgang damit ist das Einmaleins unse­rer Branche – von der Konstruktion über den Unterhalt bis zum Rückbau und zur Wiederverwendung. Wenn kein getrenn­ter Rückbau mög­lich ist, wür­de ich das Unterhaltskonzept infra­ge stel­len. Bauen ist nie kurz­fris­tig – wer das nicht kapiert, hat es nicht ver­stan­den.

Haben Sie sich von den Flumroc-Beratern ver­stan­den gefühlt?
Ja. Die Hersteller ken­nen die Möglichkeiten und Grenzen ihrer Produkte. Auch von den Flumroc-Mitarbeitenden füh­len wir uns gut unter­stützt.

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