StartNewsImmobilienwirtschaftHaben die Schweizer keine Lust mehr auf Wohneigentum?

Haben die Schweizer keine Lust mehr auf Wohneigentum?

Die gute Nachricht: der überhitzte Schweizer Immobilienmarkt kühlt sich ab, wie ein viel beachteter Gradmesser zeigt. Weniger erfreulich aus Sicht der Banken ist die Entwicklung des Hypothekarmarktes.

Die Dynamik der Preissteigerungen auf dem Eigenheimmarkt hat sich wei­ter ver­lang­samt, wie die Immobilien-Experten der Grossbank UBS für das abge­lau­fe­ne ers­te Jahresquartal fest­stell­ten. Entsprechend hat der am Mittwoch publi­zier­te Immobilien-Blasen-Index sei­nen Rückgang fort­ge­setzt.

Obschon wegen der neu­en Berechnung des Zählers nicht direkt mit der Vergangenheit ver­gli­chen wer­den kann, ist damit das Risiko einer Immobilienblase von «erhöht» erst­mals wie­der auf «mode­rat» gesun­ken (sie­he Grafik unten).

Weit weg von «akut»

UBSBubble Grafik 500

Somit steht der Index signi­fi­kant tie­fer als wäh­rend der Immobilienblase anfangs der 1990er-Jahre, als das Risiko als «akut» ein­zu­stu­fen war.

Das Überhitzungsrisiko hat zwar als Folge der schwä­che­ren Preisdynamik abge­nom­men. Ebenfalls spre­chen eine gesamt­haft tie­fe und wei­ter abneh­men­de Belehnungs- und Neubautätigkeit gegen eine Preisblase, hiess es. Sinkende Zinsen und die nur mode­ra­te Höhe der rela­ti­ven Nutzungskosten machen jedoch auch eine plötz­li­che Preiskorrektur nach unten unwahr­schein­lich. Damit scheint der Preisdynamik ver­gan­ge­ner Jahre vor­läu­fig die Spitze gebro­chen.

Allerdings, und das ist aus der Perspektive der Hypothekarbanken wenig erfreu­lich, hat sich das Volumenwachstum aus­ste­hen­der Hypotheken von pri­va­ten Haushalten eben­falls ver­lang­samt. Laut den UBS-Experten steht die­ses nun auf dem Tiefstand von Ende der 1990er-Jahre.

Unerschwinglich gewor­den

Und der Trend zeigt nun wei­ter nach unten, folgt man der Studie. Wohneigentum ist ange­sichts ande­rer Faktoren inzwi­schen so teu­er, dass es für wei­te Teile der Bevölkerung uner­schwing­lich gewor­den ist. «Die gedämpf­te kon­junk­tu­rel­le Entwicklung, wei­ter­hin erhöh­te Finanzierungskosten und das abso­lut hohe Preisniveau drü­cken auf die Nachfrage», schrei­ben die Experten dazu.

Damit dürf­te sich zwar das Immobilienblasen-Risiko wei­ter redu­zie­ren – aber für die Banken wohl auch die Chancen auf Neugeschäft.

Sourcefinews
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