Donnerstag, 22. Januar, 2026
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Gedanken zum Jahreswechsel: Produktdaten bringen keinen Umsatz

Produktdaten bringen keinen Umsatz – aber ohne sie wird Wachstum teuer, langsam und riskant. Warum 2026 das Jahr der Datenhygiene wird und was das für Management bedeutet.

Der Jahreswechsel ist traditionell der Moment für Rückblicke, Ausblicke und – wenn wir ehrlich sind – für wohlklingende Vorsätze. Als CEO der buildup AG erlaube ich mir an dieser Stelle einen Gedanken, der bewusst nicht weichgespült ist.
Denn die Erfahrung aus unzähligen Gesprächen mit Herstellern, Planern, Betreibern und öffentlichen Auftraggebern zeigt: Wir reden im Bau- und Industriekontext gerne über Innovation, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, IPD, Modulbauweise, Vorfertigung und neuerdings sehr viel über KI. Was wir dabei konsequent unterschätzen, ist die unspektakuläre Grundlage von allem – saubere Produktdaten.

Hygiene im Betrieb

Ein plakatives, aber treffendes Bild: 
Eine Reinigungskraft bringt keinen Umsatz. Sie steht in keiner Sales-Präsentation, sie taucht in keiner Wachstumsstory auf und sie überzeugt keinen Investor. Und trotzdem käme kaum jemand auf die Idee, sie als verzichtbar zu deklarieren. 
Warum? Weil Sauberkeit ein Hygienefaktor ist. Ohne sie leidet zuerst das Arbeitsumfeld, dann die Effizienz und irgendwann die Existenz des Geschäfts.

Produktdaten verhalten sich exakt gleich. 
In ihrer rohen Form generieren sie keinen Umsatz. Eine strukturierte Eigenschaftsliste verkauft kein Produkt. Ein sauber gepflegtes Datenmodell gewinnt keine Ausschreibung. Und doch scheitern heute erstaunlich viele Prozesse genau daran: 
fehlende, nicht verfügbare, inkonsistente oder veraltete Produktdaten.

Stellenwert von Produktdaten

Wir sehen das täglich bei buildup. Interne oder externe Prozesse, die nicht automatisierbar sind. Webshops, die mit minimalen Daten den heutigen Benutzeranforderungen nicht genügen. BIM-Modelle, die technisch vorhanden wären, aber mangels Datenqualität nicht genutzt werden. Nachhaltigkeits- und DPP-Anforderungen, die regulatorisch klar sind, operativ aber im Chaos enden.
Nicht, weil die Unternehmen unfähig wären – sondern weil Produktdaten historisch nie als strategisches Asset behandelt wurden.

Das ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung. Produktdaten waren lange ein Nebenprodukt: entstanden in der Entwicklung, im PM, im Marketing, in der Logistik oder im Verkauf, gepflegt in Excel oder im ERP, verteilt über PDFs, Webseiten, per Mail und interne Laufwerke. Solange die Anforderungen und Komplexität gering waren, funktionierte das. Diese Zeit ist definitiv vorbei.

Meine klare Erwartung an 2026 

Das Bewusstsein muss sich entwickeln. Produktdaten dürfen nicht länger als lästige Pflicht gesehen werden, sondern als notwendig betriebliche Infrastruktur. Als Voraussetzung für Skalierung, Prozesse, Automatisierung und regulatorische Sicherheit.
Nicht sexy, nicht laut – aber entscheidend.

Wer Produktdaten weiterhin nur dann anfasst, wenn der Schmerz akut wird, wird in den kommenden Jahren überproportional viel Energie und Geld für Schadensbegrenzung aufwenden. Wer sie hingegen systematisch strukturiert, verantwortet und pflegt, schafft sich Handlungsspielraum – technologisch wie wirtschaftlich.

Ich höre immer wieder: «Produktdaten bringen keinen Umsatz.» Aber ohne sie wird es künftig immer schwieriger, überhaupt welchen zu machen.

In diesem Sinne:
Ein gutes neues Jahr – und die Einladung, 2026 nicht nur innovativer oder günstiger, sondern auch sauberer zu werden.

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