StartNewsDigitalisierungAusgezeichneter DPP Use Case: Warum ein gutes PIM noch nicht reicht

Ausgezeichneter DPP Use Case: Warum ein gutes PIM noch nicht reicht

Der gemeinsame Use Case von buildup AG und KWC Group AG wurde am GS1 Switzerland Excellence Day ausgezeichnet. Er zeigt: Der Digital Product Passport beginnt nicht bei der Webseite, sondern bei Daten, Systemen, Prozessen und Organisation.

Gemeinsam mit unse­rem Entwicklungspartner KWC durf­te buil­dup am GS1 Switzerland Excellence Day den Best of Solution Partner Use Case Award 2026 gewin­nen.

Ausgezeichnet wur­de ein lau­fen­der Use Case zum Digital Product Passport (DPP). Im Zentrum steht kein theo­re­ti­sches Konzept, son­dern ein rea­les Produkt, ech­te Produktdaten und eine ech­te Unternehmenssituation.

Genau das macht die­sen Use Case rele­vant.

Denn der DPP ist kein Anzeigeformat und kei­ne schö­ne Webseite. Er ist ein Realitätstest für Produktdaten, Datenquellen, IT-Systeme, Prozesse und Organisation.

Der DPP wird konkreter – auch für die Schweiz

Der Digital Product Passport wird oft als EU-Thema betrach­tet. Das ist bequem, aber zu kurz gedacht.

Auch in der Schweiz nimmt das Thema Fahrt auf. Regulatorische Grundlagen wer­den vor­be­rei­tet, und aus der öffent­li­chen Beschaffung kom­men kla­re Signale. Für Hersteller heisst das: Wer Produkte in regu­lier­ten Märkten anbie­tet, mit öffent­li­chen Auftraggebern arbei­tet oder Teil anspruchs­vol­ler Lieferketten ist, soll­te den DPP nicht als fer­nes Zukunftsthema behan­deln.

Wenn Anforderungen kon­kret wer­den, beginnt nicht erst die Arbeit am Produktpass. Dann zeigt sich, ob Daten, Systeme, Prozesse und Verantwortlichkeiten bereits trag­fä­hig sind.

Ein gutes PIM ist ein guter Anfang. Mehr nicht.

KWC Group AG hat bereits vor rund drei Jahren begon­nen, ein struk­tu­rier­tes Produktdatenmanagement auf­zu­bau­en. Damit ist das Unternehmen vie­len Herstellern einen wich­ti­gen Schritt vor­aus.

Und trotz­dem zeigt der gemein­sa­me Use Case deut­lich:

Ein gutes PIM ist eine wich­ti­ge Voraussetzung.
Aber es ist noch kein fer­ti­ger DPP.

Für den Digital Product Passport braucht es nicht nur vor­han­de­ne Daten. Es braucht belast­ba­re, struk­tu­rier­te, nach­voll­zieh­ba­re und nutz­ba­re Informationen. Entscheidend ist nicht nur, ob Daten vor­han­den sind, son­dern ob sie voll­stän­dig, aktu­ell, kor­rekt, stan­dar­di­siert, zen­tral ver­füg­bar und mit kla­ren Quellen ver­bun­den sind.

Die zen­tra­le Frage lau­tet des­halb nicht:

Haben wir Produktdaten?

Sondern:

Welche Daten feh­len noch, damit wir DPP-rea­dy sind?

Der DPP ist ein Unternehmensprojekt

Im Use Case mit KWC wur­de sicht­bar, dass der Weg zum DPP meh­re­re Ebenen betrifft:

  • tech­ni­sche Produktdaten
  • Nachhaltigkeitsinformationen
  • Material- und Lieferantendaten
  • Datenquellen
  • Datenhaltung
  • IT-Systeme und Schnittstellen
  • Prozesse
  • Verantwortlichkeiten
  • Organisation
  • künf­ti­ge Nutzungsszenarien

Ein DPP ent­steht nicht dadurch, dass bestehen­de Daten auf einer Webseite dar­ge­stellt wer­den. Er ent­steht durch das Zusammenspiel von Datenmanagement, Produktmanagement, Nachhaltigkeit, IT, Einkauf, Lieferanten und wei­te­ren Fachbereichen.

Oder anders gesagt:

Der DPP ist kein IT-Projekt. Er ist ein unter­neh­mens­wei­ter Stresstest.

80% Daten reichen nicht für 100% DPP-Readiness

Der Use Case zeigt eine unbe­que­me, aber wich­ti­ge Erkenntnis:

Selbst Unternehmen mit gutem Datenmanagement müs­sen prü­fen, wel­che Daten für den DPP tat­säch­lich vor­han­den sind, wel­che feh­len, wo sie lie­gen und aus wel­chen Quellen sie künf­tig stam­men sol­len.

Besonders anspruchs­voll sind Daten, die nicht ein­fach im bestehen­den Produktdatenmanagement lie­gen. Dazu gehö­ren bei­spiels­wei­se Nachhaltigkeitsdaten, EPD-rele­van­te Informationen, Lebenszyklusdaten oder Angaben aus der Lieferkette.

Diese Informationen müs­sen nicht nur gesam­melt, son­dern in Datenhaltung, Prozesse, Systeme und Verantwortlichkeiten inte­griert wer­den.

Damit wird klar:

DPP-Readiness ist kein kurz­fris­ti­ger Endspurt. Sie ist ein Aufbauprozess.

Wer später beginnt, startet unter Druck

KWC hat früh begon­nen, Produktdaten struk­tu­riert auf­zu­bau­en – und rech­net den­noch mit einem län­ge­ren Weg bis zur voll­stän­di­gen DPP-Readiness.

Genau dar­in liegt die wich­tigs­te Botschaft für Hersteller:

Wer heu­te beginnt, kann struk­tu­riert vor­ge­hen.
Wer war­tet, star­tet spä­ter unter Druck.

Und Druck bedeu­tet meis­tens das­sel­be:

mehr Hektik, mehr Kosten, mehr manu­el­le Arbeit, mehr Risiken und weni­ger Handlungsspielraum.

Der DPP kommt nicht irgend­wann. Die Vorbereitungszeit läuft bereits.

Der DPP ist Pflichtdruck – aber auch Effizienzhebel

Der DPP wird regu­la­to­ri­schen Druck erzeu­gen. Das allein wäre schon Grund genug, sich damit zu beschäf­ti­gen.

Aber der DPP ist nicht nur Pflicht.

Saubere, struk­tu­rier­te und ver­läss­li­che Produktdaten unter­stüt­zen auch vie­le wei­te­re digi­ta­le Prozesse:

  • auto­ma­ti­sier­te Datenbereitstellung
  • effi­zi­en­te­re inter­ne Abläufe
  • bes­se­re Datenqualität in Vertrieb und Marketing
  • ver­läss­li­che­re Informationen für Kunden, Händler und Partner
  • weni­ger manu­el­le Nacharbeit
  • bes­se­re Entscheidungsgrundlagen
  • neue digi­ta­le Services
  • bes­se­re Vorbereitung auf Nachhaltigkeits- und Kreislaufwirtschaftsanforderungen

Der DPP ist des­halb ein star­ker Anlass, das eige­ne Datenfundament kon­se­quent wei­ter­zu­ent­wi­ckeln.

Nicht nur für die Regulierung.
Sondern für ein effi­zi­en­te­res, ver­läss­li­che­res und zukunfts­fä­hi­ge­res Unternehmen.

DPP Reality Check für Hersteller

Der aus­ge­zeich­ne­te Use Case mit KWC zeigt: Der ers­te Schritt zum DPP ist nicht die Gestaltung eines Produktpasses.

Der ers­te Schritt ist die ehr­li­che Analyse der eige­nen Ausgangslage.

buil­dup unter­stützt Hersteller des­halb mit dem DPP Reality Check.

Dabei wird geprüft:

  • Welche DPP-rele­van­ten Daten sind bereits vor­han­den?
  • Wo lie­gen die Daten heu­te?
  • Welche Daten feh­len?
  • Welche IT-Systeme sind betrof­fen?
  • Welche Prozesse sind rele­vant?
  • Welche Verantwortlichkeiten sind unklar?
  • Welche nächs­ten Schritte sind sinn­voll?

Das Ergebnis ist eine kon­kre­te Einschätzung des aktu­el­len Stands und ein prag­ma­ti­scher Einstieg in Richtung DPP-Readiness.

Beginnen Sie jetzt – oder später unter Druck

Der aus­ge­zeich­ne­te Use Case mit KWC macht deut­lich:

Der Digital Product Passport ist nicht ein­fach ein wei­te­res digi­ta­les Format. Er ver­än­dert den Umgang mit Produktdaten, Transparenz und Verantwortung.

Hersteller soll­ten des­halb nicht war­ten, bis die Anforderungen voll­stän­dig ver­pflich­tend sind.

Beginnen Sie jetzt. Nicht mit der Webseite. Sondern mit dem Unternehmen dahin­ter.

DPP Reality Check anse­hen

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