StartNewsBauwirtschaftZürich muss zum dritten Mal über Stadion-Neubau abstimmen

Zürich muss zum dritten Mal über Stadion-Neubau abstimmen

Der Zürcher Stadion-Hickhack nimmt kein Ende. Das Stimmvolk wird wohl ein drittes Mal über den Bau einer neuen Arena befinden. Grund ist eine Naturschutz-Initiative.

Zwei Mal haben die Zürcherinnen und Zürcher in den letz­ten Jahren über ein neu­es Fussballstadion auf dem Hardturm-Areal abge­stimmt. Beide Male wur­de das Projekt ange­nom­men. Zuletzt im September 2020 mit rund 60 Prozent Ja-Stimmen.

Ein neu­er Hardturm ist trotz­dem wei­ter­hin nicht in Sicht. Und es sieht jetzt sogar so aus, als wer­de die Bevölkerung ein wei­te­res Mal über den Bau befin­den. Jetzt gefähr­det eine Naturschutz-Initiative das Stadion-Projekt. Das berich­tet die «NZZ».

«Ensemble»-Häuser im Visier der Initianten?

Die soge­nann­te Uferinitiative hat die benö­tig­ten 3000 gül­ti­gen Unterschriften in die­sem Frühjahr zusam­men­be­kom­men. Das Begehren hat auf den ers­ten Blick nicht viel mit den Stadionplänen zu tun. Die Initiative hat viel mehr das Ziel, den Bau von Hochhäusern ent­lang der Gewässer zu ver­bie­ten – und zwar in Zürich in einer etwa 200 Meter brei­ten Zone ent­lang der Limmat.

Und so wird die Initiative doch zur Gefahr für den neu­en Hardturm. Denn die im Stadion-Vorhaben ein­ge­plan­ten zwei «Ensemble»-Hochhäuser sind ziem­lich genau 200 Meter von der Limmat ent­fernt. Wird die Uferinitiative also ange­nom­men, ist der Traum vom neu­en Stadion für die Zürcher Fussballfans wohl wie­der geplatzt. Denn ohne die Wohnhäuser wäre das Stadion nicht finan­zier­bar.

Stadiongegner gut vertreten im Komitee

Die Initianten wol­len nichts von einem Angriff aufs neue Stadion wis­sen. Martin Zahnd, einer der Befürworter des Vorhabens, sagt gegen­über der «NZZ»: «Es geht uns nicht um das Stadion, son­dern gene­rell um Umweltschutz und vor allem um die Hochhausrichtlinie, die die Stadt kürz­lich ver­ab­schie­det hat.»

Klar ist aber auch: Ausser den bei­den Häusern neben dem Hardturmstadion ist der­zeit gar kein Bau geplant, der von den Richtlinien der Uferinitiative betrof­fen wäre. Ebenfalls ver­däch­tig: Im Komitee der Uferinitiative fin­den sich auf­fäl­lig vie­le Politiker, die sich in den letz­ten Jahren als Stadiongegner einen Namen gemacht haben. Es ist also durch­aus denk­bar, dass in Zürich bald ein drit­tes Mal an der Urne über ein neu­es Stadion ent­schie­den wird. (cat)

Sourceblick.ch
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