StartNewsBauwirtschaftTBM «Paulina» hat Vortrieb auf der Gotthard-Südseite wieder aufgenommen

TBM «Paulina» hat Vortrieb auf der Gotthard-Südseite wieder aufgenommen

Der maschinelle Hauptvortrieb auf der Südseite für die zweite Gotthardröhre läuft seit dem 18. Mai 2026 wieder. Seither arbeitet sich die Tunnelbohrmaschine durch die bereits teilausgebrochene Tremola-Zone und ist Ausdruck des ausserordentlichen Einsatzes aller Beteiligten.

Gesteinsniederbruch hatte Unterbruch erzwungen

Die TBM stand seit dem 25. Juni 2025 beim Tunnelmeter (Tm) 192 still, infol­ge eines Gesteinsniederbruchs. Rund 2000 Kubikmeter Fels hat­ten sich damals ober­halb des Bohrkopfs gelöst und ein siche­res Weiterkommen der TBM ver­hin­dert. Das ASTRA lei­te­te dar­auf­hin gemein­sam mit der zustän­di­gen ört­li­chen Bauleitung und dem Bauunternehmen Massnahmen zum Schutz des Personals und der Maschine ein: Über den par­al­lel ver­lau­fen­den Service- und Infrastrukturstollen (SISto) wur­de die Zone ober­halb der TBM mit Zementinjektionen sta­bi­li­siert.

Anspruchsvoller Gegenvortrieb zum Bohrkopf

Für den wei­te­ren Vortrieb in der brü­chi­gen Tremola-Geologie hat das ASTRA ein auf­wän­di­ges und siche­res Verfahren gewählt: Vom nahe­ge­le­ge­nen, bereits aus­ge­bro­che­nen Zugangsstollen für die Störzone Süd wur­de ein neu­er Verbindungsstollen mit einer Länge von rund 250 Metern mit­tels Sprengungen erstellt, der die Ebene des Haupttunnels beim Tm 443 erreich­te. Von dort aus wur­de die obe­re Hälfte des Tunnelquerschnitts – die soge­nann­te Kalotte – im kon­ven­tio­nel­len Gegenvortrieb in Richtung Bohrkopf aus­ge­bro­chen.

Nachdem die TBM erreicht war, mar­kier­te ihre Wiederinbetriebnahme am 18. Mai 2026 schliess­lich den erfolg­rei­chen Abschluss die­ser aus­ser­ge­wöhn­li­chen Massnahme, die einen gros­sen Einsatz der betei­lig­ten Mineur-Teams, aber auch der Planer der Bauleitung erfor­dert hat­te. Nun setzt die TBM den Vortrieb des unte­ren Tunnelsegments fort, der bereits im Gegenvortrieb vor­be­rei­tet und gesi­chert wur­de.

Parallel dazu wur­de ab Tm 443 auch die Kalotte des nörd­li­chen Teils der Tremola-Zone kon­ven­tio­nell aus­ge­bro­chen, bis zum Tm 742. Von die­sem Punkt wird die TBM «Paulina» vor­aus­sicht­lich ab September 2026 den Vollausbruch der zwei­ten Gotthardröhre im Festgestein wie­der auf­neh­men.

Parallele Arbeiten und Ausblick

In der­sel­ben Zeit kamen die Arbeiten an der geo­lo­gisch anspruchs­vol­len Störzone Süd «Guspis» plan­mäs­sig vor­an: Rund 75 Prozent des Abschnitts sind bereits aus­ge­bro­chen; bis zum Abschluss der Arbeiten feh­len noch knapp 100 Meter.

Auf der Nordseite wur­den der­weil bereits fast 4000 Meter aus­ge­bro­chen, was rund 50 Prozent der Strecke bis zur Tunnelmitte ent­spricht. Die TBM «Alessandra» war am 29. April 2026 in der Anwesenheit zahl­rei­cher Projektbeteiligter und Gäste in die bereits aus­ge­bro­che­ne Störzone Nord durch­ge­bro­chen.

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