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SBB sehen in Olten den Bau eines Drehgestell-Kompaktlagers für knapp 14 Millionen Franken vor

Der Flottenzuwachs macht für die SBB den Ausbau der Lagerkapazitäten an der Oltner Industriestrasse notwendig. Der Baubeginn ist im Sommer kommenden Jahres vorgesehen.

Im Juli ver­gan­ge­nen Jahres titel­te die­se Zeitung: «Die SBB moder­ni­sie­ren das Werk Olten wei­ter und inves­tie­ren rund 42 Millionen Franken in eine neue Halle». «Werk» übri­gens ist die zeit­ge­mäs­se Bezeichnung für den etwas ange­staub­ten Begriff «Werkstatt», wie das SBB-Industriewerk Olten im Volksmund noch immer genannt wird. Im November folg­te bereits die nächs­te Annonce: «Die SBB wol­len noch­mals 130 Millionen in ein neu­es Stellwerk in Olten inves­tie­ren.»

Dann blieb’s ein paar Monate ruhig. In den letz­ten Tagen aber ist ein Gesuch für die Erstellung eines neu­en Drehgestell-Kompaktlagers im Stadthaus auf­ge­le­gen. Baumasse des Neubaus am nord­west­li­chen Ende des Werks an der Industriestrasse: 76 × 17 × 15 Meter.

Erstellungskosten: 13,6 Millionen Franken. Für Juli 2024 ist der Baubeginn vor­ge­se­hen, die Inbetriebnahme des Lagers gut andert­halb Jahre spä­ter, im November 2025. Mit dem Lagerneubau sind, gemäss Anfrage bei der SBB, kei­ne neu­en Arbeitsplätze ver­bun­den.

Flottenzuwachs macht Neubau notwendig

Grund für den Neubau: die stets wach­sen­de Fahrzeugflotte der SBB. Die Hauptwerkstätte Olten ist als Industriewerk für alle Personenwagen zustän­dig sowie zuneh­mend auch für Triebzüge des Regionalverkehrs. «Sämtlich Drehgestelle, die in den Personenwaggons ver­baut sind, müs­sen etwa alle drei bis fünf Jahre in einem Werk revi­diert wer­den», schreibt die SBB-Medienstelle auf Anfrage dazu.

Dazu wür­den die­se aus den Fahrzeugen aus- und nach der Revision wie­der ein­ge­baut. «Dies geschieht häu­fig eben­falls in einem Werk, kann aber auch in einer Serviceanlage erfol­gen», so die Medienstelle wei­ter. Der Standort Werk Olten hält dabei jähr­lich rund 1000 Laufdrehgestelle in Schuss. Diese wer­den anschlies­send schweiz­weit in ver­schie­de­nen Fahrzeugen ver­baut.

Ein Drehgestell, aufgenommen bei Stadler Rail in Bussnang.
Ein Drehgestell, auf­ge­nom­men bei Stadler Rail in Bussnang.Bild: Gian Ehrenzeller / Keystone

Das Projekt macht auch die Kompensation von Rodungen not­wen­dig. Diese wird gemäss Medienstelle auf dem SBB-Areal sel­ber «mit geeig­ne­ten Massnahmen» voll­zo­gen. Und der­zeit steht auch noch nicht fest, ob allen­falls die Dachfläche des Drehgestell-Kompaktlagers mit einer Photovoltaikanlage ver­se­hen wird. «Die genaue Ausgestaltung der Dachfläche wird im Rahmen des Bewilligungsverfahrens mit dem Bundesamt für Verkehr (BAV) geklärt», schreibt die Medienstelle dazu.

Bedarf auf mehrere Jahrzehnte gedeckt

Gemäss aktu­el­lem Planungsstand wür­den die Drehgestell-Lagerkapazitäten in Olten mit dem geplan­ten Neubau für meh­re­re Jahrzehnte aus­rei­chen. Dies ins­be­son­de­re auch vor dem Hintergrund, dass im SBB-Werk Yverdon-les-Bains eben­falls ein ähn­li­ches Drehgestell-Kompaktlager pro­jek­tiert wird.

Das Drehgestell-Kompaktlager in Olten wird über total 240 Lagerplätze ver­fü­gen, wovon maxi­mal rund 80 Prozent mit Drehgestellen belegt sein wer­den. Im Gegenzug wird das aktu­el­le Lager mit der Inbetriebnahme des Neubaus auf­ge­löst. «Die frei wer­den­de Fläche wird für die Lagerung ande­rer Güter ver­wen­det», so die Medienstelle wei­ter.

Zur Frage, ob in nähe­rer Zukunft mit wei­te­ren grös­se­ren Ausbauplänen in Olten zu rech­nen sei, lässt sich die Medienstelle zitie­ren: «Mittelfristig wer­den diver­se klei­ne­re Anlagenprojekte umge­setzt.» Im SBB-Industriewerk Olten arbei­ten heu­te rund 1100 Personen.

Sourcebzbasel
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