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Nachhaltiges Zentrum belebt das Dorf

Nachhaltiges Zentrum belebt das Dorf

Die Gemeinde Eschenbach im Kanton Luzern kann sich seit eini­gen Monaten über ein neu­es Dorfzentrum freu­en. Das Projekt «Oberhof» wur­de nach Nachhaltigkeitskriterien gebaut und zer­ti­fi­ziert. Es berück­sich­tigt die Aspekte Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt glei­cher­mas­sen und schafft so nach­hal­ti­gen Wohn- und Gewerberaum.

Seit eini­gen Monaten prägt eine mar­kan­te Überbauung das Dorfbild des luzer­ni­schen Eschenbachs: Das Zentrum Oberhof. Eine Zentrumsüberbauung, wie sie genau­so gut andern­orts ste­hen könn­te, denkt man sich viel­leicht. Doch die­ses Projekt ist anders. Einer der Hauptgründe: Der pri­va­te Investor ori­en­tier­te sich nicht am maxi­ma­len Profit, son­dern an nach­hal­ti­gen Prinzipien.

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Die Umwelt schonen

Die Immobilie ist nach den Kriterien des Standards Nachhaltiges Bauen Schweiz SNBS erbaut und zer­ti­fi­ziert wor­den, der die drei Nachhaltigkeitsaspekte Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft berück­sich­tigt. Im Bereich der Umwelt bedeu­te­te dies, dass für die Betonherstellung Kies aus der nahe­ge­le­ge­nen Dorfgrube ver­wen­det wur­de. «Die Fassade der Überbauung besteht aus Holz aus Schweizer Wäldern, also aus einem nach­wach­sen­den, CO2-neu­tra­len Rohstoff», ergänzt SNBS-Experte Joe Luthiger. Auch im Bereich Energie über­zeugt das Projekt gemäss Luthiger mit umwelt­freund­li­cher Ausrichtung: Geheizt wird mit einer Holzschnitzel-Feuerung. Zudem deckt eine gros­se Photovoltaikanlage rund 40 % des Elektrizitätsbedarfs der Überbauung ab.

Die Gesellschaft stärken

Ein nach­hal­ti­ges Gebäude muss auch auf die Bedürfnisse der Gesellschaft aus­ge­rich­tet sein. Das Zentrum Oberhof umfasst des­halb neben Wohnungen auch Räumlichkeiten und Flächen, die der Allgemeinheit die­nen. So bie­tet der inte­grier­te Coop-Supermarkt der Bevölkerung eine opti­mal gele­ge­ne Einkaufsmöglichkeit und eine Gemeinschaftspraxis deckt die medi­zi­ni­sche Versorgung ab. Daneben gehö­ren auch eine Kita und ein klei­nes Restaurant zum Angebot. Überdies ste­hen eine öffent­li­che Elektroauto-Ladestation und ein Mobility-Angebot zur Verfügung. Das Mobility-Jahresabo erhal­ten die Bewohnerinnen und Bewohner des Zentrums kos­ten­los. «All die­se Massnahmen sor­gen für ein leben­di­ges und attrak­ti­ves Dorfzentrum mit hoher Aufenthaltsqualität», resü­miert Joe Luthiger.

Die Wirtschaftlichkeit sichern

Wer öko­lo­gi­sche und sozia­le Aspekte beach­tet, pro­fi­tiert auch in wirt­schaft­li­cher Hinsicht. Zwar hät­te die Eigentümerschaft viel­leicht kurz­fris­tig mehr ver­dient, wenn sie nur teu­re Wohnungen ange­bo­ten hät­te. Dies hät­te aber zu einem gesichts­lo­sen «Schlaf-Zentrum» ohne sozia­len Mehrwert geführt. So aber ist das Zentrum Oberhof durch die viel­fäl­ti­gen Angebote und die leben­di­ge Umgebung sowohl für jün­ge­re wie älte­re Menschen attrak­tiv, die viel Wert auf umwelt­scho­nen­de und nach­hal­ti­ge Konzepte legen.

Mit Pre-Check annähern

Die erfolg­rei­che Zertifizierung nach SNBS bezeugt, dass das Projekt Oberhof nach­hal­tig geplant und umge­setzt wur­de – und ist auch für das Marketing ein inter­es­san­ter Pluspunkt. Der Nutzen des Standards geht aber dar­über hin­aus: Er lässt sich in ver­schie­de­nen Projektphasen als Hilfsmittel nut­zen. Das beginnt schon vor dem eigent­li­chen Projektstart, wenn der soge­nann­ten «Pre-Check» eine ers­te Annäherung an das nach­hal­ti­ge Bauen ermög­licht. «Architekten, Planerinnen und wei­te­re Fachleute kön­nen sich damit ers­te Gedanken zu einem kon­kre­ten Projekt machen», erklärt SNBS- Experte Luthiger. Der Pre-Check füh­re mit ein­fach zu beant­wor­ten­den Fragen an das Thema her­an und iden­ti­fi­zie­re mit über­schau­ba­rem Aufwand mög­li­che Stolpersteine auf dem Weg zur nach­hal­ti­gen Immobilie.

Den Standard nutzen

Im wei­te­ren Projektverlauf dient der SNBS nicht nur als Kriterienkatalog, son­dern auch als Inspirationsquelle. Luthiger bestä­tigt: «Gemäss dem Feedback von Nutzenden schät­zen die­se, dass der Standard sie zum Nachdenken zwingt.» Die Projektbeteiligten müs­sen sich inten­siv aus­tau­schen, um geeig­ne­te Lösungen für Nachhaltigkeitsaspekte zu fin­den, die sonst bei der Planung kei­ne Rolle gespielt hät­ten. Dadurch wird sicher­ge­stellt, dass am Ende ein nach­hal­ti­ges Gebäude mit hoher Wertschöpfung und Qualität ent­steht – wie das Zentrum Oberhof, das seit Sommer 2020 das Dorf Eschenbach belebt.

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