StartNewsBauwirtschaftGedämpfte Erwartungen beim Baugewerbe

Gedämpfte Erwartungen beim Baugewerbe

Real ist die Schweizer Bauwirtschaft im vergangenen Jahr um 2 Prozent geschrumpft. Die Aussichten für das laufende Jahr sind auch wegen des Personalmangels gedämpft.

Im ver­gan­ge­nen Jahr erziel­te das Bauhauptgewerbe einen Umsatz von 23,3 Milliarden Franken, wie der Schweizer Baumeisterverband SBV mit­teil­te. Dies ent­spricht nomi­nal einem Plus von 0,7 Prozent. Die seit Jahren sehr gut lau­fen­de Bauwirtschaft dürf­te indes ihren Zenit vor­erst über­schrit­ten haben. Denn laut SBV müs­se die gute Entwicklung rela­ti­viert wer­den, weil sich der Einkauf von Baumaterial merk­lich ver­teu­ert habe. Real, sprich ohne die­se Inflationseffekte, ist die Produktion 2022 um 2,0 Prozent geschrumpft.

Die gestie­ge­nen Preise drück­ten zudem auf die Gewinne der Bauherren. Da nicht alle Kostensteigerungen hät­ten wei­ter­ge­ge­ben wer­den kön­nen, sei­en in der Folge die Gewinnmargen mit 2 bis 3 Prozent sehr tief geblie­ben, heisst es in einer Mitteilung.

Der Bauindex fällt

Für das Jahr 2023 erwar­ten die Credit Suisse und der Schweizerische Baumeisterverband gemäss ihrem Bauindex zudem eine leich­te Abkühlung der Baukonjunktur. Der Index, wel­cher als Frühindikator gilt, sank zuletzt um 2,4 Prozent auf 157 Punkte. Das Bauhauptgewerbe dürf­te dem­nach den Wachstumskurs 2023 nicht fort­set­zen. Die Ökonomen der CS beto­nen aber auch, dass sich Auftragsbestände und Neuaufträge wei­ter­hin auf hohen Niveaus beweg­ten. Zudem sei der erwar­te­te Umsatzrückgang auch nicht aus­schliess­lich auf eine schwä­che­re Produktion, son­dern auch auf die sich abzeich­nen­de Normalisierung der Baupreise zurück­zu­füh­ren.

Wohnungs- und Fachkräftemangel

Generell gin­gen die Umsätze indes vor allem auf wegen des Wirtschafts- und den Wohnungsbau zurück; die öffent­li­che Hand hin­ge­gen habe im Vergleich zum Vorjahr mehr Aufträge erteilt. Gerade im Wohnungsbau sei das Volumen an neu­en Baugesuchen aber auch 2022 tief geblie­ben und dürf­te auch im neu­en Jahr tief blei­ben, heisst es wei­ter.

Der SBV führt dies auch auf die gesetz­li­chen Rahmenbedingungen zurück. Kritisiert wer­den etwa die gemäss Verband zu weit­ge­hen­den Einsprachemöglichkeiten bei klei­nen Bauprojekten oder die Lärmschutzverordnungen. Mittelfristig dürf­te sich das kräf­ti­ge Bevölkerungswachstum aber wie­der posi­tiv auf die Baunachfrage aus­wir­ken, heisst es dazu.

Ebenfalls zu kämp­fen habe die Baumeister wie vie­le ande­re Branchen mit dem Mangel an Fachkräften. Baufirmen hät­ten vor allem bei der Rekrutierung von Maurern, Vorarbeitern, Polieren und Bauführern Schwierigkeiten.

Je höher eine Position auf dem Bau, des­to gefrag­ter sei­en die Fachkräfte. Aufgrund der bereits ein­ge­setz­ten Pensionierungswelle wird sich der Fachkräftemangel im Bauhauptgewerbe in den kom­men­den Jahren zuspit­zen, schreibt der Verband.

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