StartNewsBauwirtschaftDie Baustellen nach der Basler Fasnacht: Zugeschüttete Gräben werden wieder aufgerissen

Die Baustellen nach der Basler Fasnacht: Zugeschüttete Gräben werden wieder aufgerissen

Für die Basler Fasnacht wurden Sitzbänke und Abfallkübel abmontiert, Velos weggeschafft und E-Trottis aus der Innenstadt verbannt. Auch Baustellen mussten pausieren, dies aus Sicherheitsgründen. In der Freien Strasse wurden gar Gräben zugeschüttet und asphaltiert.

Die Baustellen in der Stadt sind belieb­tes Diskussionsmaterial. Auch an der Basler Fasnacht wur­den sie von eini­gen Cliquen und Wägen behan­delt. In der Basler Innenstadt wird aktu­ell in der Freien Strasse gross gebaut. Für die «drey scheensch­te Dääg» wur­den dort die Gräben zuge­schüt­tet und asphal­tiert. Der Lagerplatz am Marktplatz wur­de kom­plett geräumt.

Dieser Aufwand wirkt gross, ist nach Angaben des Bau- und Verkehrsdepartements Basel-Stadt (BVD) aber nor­mal: «Der Unterbruch in der Freien Strasse war von Anfang an Teil der Ausschreibungen und ent­spre­chend auch inte­griert in die Verträge der Planer und Baufirmen», sagt ein Sprecher des BVD. 

Für die Basler Fasnacht ist der Aufwand gerechtfertigt

«Für die Basler Fasnacht, die gröss­te Fasnacht der Schweiz, hal­ten wir die­sen Aufwand für gerecht­fer­tigt», so das BVD. Wie viel das Zuschütten und Wieder-Aufreissen kos­tet, dar­über kann das Baudepartement kei­ne Auskunft geben. Neben dem Aufwand und den Kosten sei es aber vor allem die Zeit, die eine gros­se Rolle spie­le. Denn durch Unterbrüche wür­de der Bauprozess län­ger dau­ern, und nie­mand erfreue sich an Baustellen, so das BVD.

Nach der Fasnacht müs­sen die Baustellen aber rasch wie­der in Betrieb genom­men wer­den: «Damit der Leitungsbau bis zum Weihnachtsverkauf weit­ge­hend fer­tig wird, öff­nen Tiefbauamt und die Industriellen Werke Basel (IWB) die ers­ten Gräben kurz nach der Fasnacht wie­der», so das Baudepartement.

Unterbrüche bei Bauarbeiten wegen der Fasnacht oder sons­ti­gen Grossanlässen gab es schon bei frü­he­ren Baustellen: «Die Berücksichtigung der Fasnacht bei Bauarbeiten in der Innenstadt ist nicht neu, auch bei der Erneuerung des Münsterhügels oder des Spalenbergs vor über zehn Jahren wur­de dies prak­ti­ziert.»

Bewohnende der «Dalbe» ärgern sich über Baustelle während der Fasnacht

Knapp am Fasnachtsperimeter vor­bei, für das Geschehen aber nicht unwich­tig, ist die St. Alban-Vorstadt. Lediglich für 100 Meter ab dem Kunstmuseum wur­den die Bauarbeiten vor­über­ge­hend ein­ge­stellt, was bei den Anwohnenden für Unverständnis sorg­te. Sie hät­ten gehofft, dass sich der Unterbruch der Baustellen wei­ter als nur die 100 Meter zie­hen wür­de.

«Unser Quartier ist zwar ledig­lich ein Ausläufer der Fasnacht, aber trotz­dem zie­hen immer wie­der Cliquen durch die Strassen», sagt ein Anwohner. Es sei­en auch Wägen bis zum Schöneck-Brunnen gefah­ren. Das Baudepartement bestä­tigt, dass es nach dem Morgenstreich Beschwerden wegen des Baulärms gege­ben habe.

«Wir haben die lär­mi­gen Bauarbeiten dann wäh­rend der Fasnacht auf den spä­ten Morgen gescho­ben», sagt ein Sprecher des BVD. Das Baudepartement habe sich aber gegen das Stilllegen die­ser Baustelle ent­schie­den, um die bestell­ten Fernwärmeanschlüsse nicht zu ver­zö­gern. 

Fast jede Basler Strasse muss in den nächsten Jahren aufgerissen werden

Auch beim aktu­el­len Sanierungsprojekt in der Clarastrasse gab es Beschwerden. Kurz nach­dem das Bau- und Verkehrsdepartement das Projekt publi­ziert hat­te, schrieb die Interessengemeinschaft Kleinbasel (IGK) einen offe­nen Brief, in dem die Nachwirkung der Pandemie ange­spro­chen wur­de. «Wir konn­ten bei der Clarastrasse nicht auf die Forderung ein­ge­hen, die Baustelle ein paar Jahre auf­zu­schie­ben, sonst wäre das Tram irgend­wann nicht mehr gefah­ren», so das Baudepartement.

Während der Art Basel im letz­ten Jahr ver­ur­sach­te eine Baustelle der IWB Aufsehen. Zwischen dem Kunstmuseum Basel und des­sen Neubau muss­ten die IWB Erde aus­he­ben, um Leitungsarbeiten durch­zu­füh­ren. Dies sorg­te für erschwer­tes Durchkommen bei den Besuchenden der Kunstmesse.

Pausieren hin oder her, die Baustellen sind Diskussionsstoff und wer­den es auch blei­ben: Laut dem Basler Tiefbauamt wer­de in den nächs­ten 15 Jahren fast jede Strasse in Basel auf­ge­ris­sen. Dies auf­grund des Fernwärmeausbaus.

SourceBZ Basel
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