Mittwoch, 17. April, 2024
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Bauen für die nächsten Generationen – So lässt sich Energie sparen

Über 140 Hauseigentümerinnen und -eigentümer besuchten zwei Infoanlässe anlässlich des kantonalen Green Day. Es informierten Referenten aus Wirtschaft, Kanton und Gemeinde über die Gebäudesanierung mit Konzept.

«Wenn wir bis 2050 unseren Energieverbrauch auf 2000 Watt pro Person senken möchten, müssen wir uns heute auf den Weg machen.» Stadtpräsident Ruedi Mattle begrüsste die Teilnehmenden und zeigte auf, dass dafür die energetische Gebäudesanierung entscheidend ist: Gut die Hälfte der hiesigen Gebäude heizen derzeit mit Öl und Gas und verursachen 87 Prozent der wärmebedingten CO2-Emissionen. «Diese Bauten sind aber auch unsere Chance», erklärte Ruedi Mattle. «Sie stammen meist aus den 70er und 80er Jahren und werden in den nächsten Jahren saniert.»

In enkeltaugliche Gebäude investieren

Wie Gebäude mit Konzept saniert werden, darüber informierte Silvia Gemperle, Leiterin Energie und Bauen der Energieagentur St.Gallen. Sie machte folgenden Vergleich: Während einst drei Apfelbäume auf einen Bürger kamen, ist es heute ein Baum auf fünf Bürger. «Wir sollen Apfelbäume pflanzen, wie wir bauen und sanieren – für mehrere Generationen und die Natur», sagte Silvia Gemperle.

Die energetische Sanierung enthält, abgestimmt aufs Gebäude, meist mehrere Massnahmen; wie neue Fenster, neue Fassade, Dämmung der Kellerdecke und des Estrichbodens. Zentral sei auch, Heizzeiten und Thermostatventile regelmässig zu kontrollieren und den eigenen Verbrauch zu prüfen. Denn auch Kleines kann im Grossen viel bewirken:

Der Energieverbrauch aller Kaffeemaschinen in der Schweiz entspricht etwa jenem der Stadt St.Gallen.

Entsprechend hoch sei das Sparpotential, wenn man diese nach Gebrauch jeweils abstellen würde.

Sanierung mit Konzept

Wo und wie jedes Haus Energie einsparen kann, zeigt der Gebäudeausweis der Kantone, kurz GEAK. Dabei ermittelt ein Energieberater die Gebäudehülle, die Gesamtenergiebilanz und die direkten CO2-Emissionen und zeigt bei der Variante «Plus» konkrete Möglichkeiten für die energetische Sanierung auf.

«Damit erhalten Hauseigentümer eine langfristige Entscheidungshilfe für die Sanierung Ihres Hauses», sagte Silvia Gemperle und empfahl den Eigentümern, davon Gebrauch zu machen, zumal der Kanton den GEAK auch stark subventioniere.

Energetische Sanierung zahlt sich aus

Mesut Schmid, Leiter Immobilien der St. Galler Pensionskasse, erläuterte, wie der gesamte Immobilienstand hinsichtlich baulichen und energetischen Zustands systematisch beurteilt wurde. Anhand zwei praktischen Beispielen von Mehrfamilienhäusern aus den Achtzigern zeigte er die Schritte zur energetischen Sanierung auf.

Das Interesse an den Veranstaltungen zum Green Day war gross.

Das Interesse an den Veranstaltungen zum Green Day war gross. Bild: pd

Andererseits sprach Hanspeter Küng, Hauseigentümer an der Weidestrasse in Altstätten, im Interview über seine Erfahrungen einer Fassaden- und Dachstocksanierung seines Einfamilienhauses und dem Bau einer PV-Inndachanlage. Dabei unterstrichen beide Referenten den Nutzen des GEAKs und der Energieeffizienz. Die energetische Sanierung zahle sich aus, sagte Mesut Schmid, manchmal schon kurzfristig, wie beim Einbau von neuen LED-Leuchten mit Bewegungsmeldern in einer Tiefgarage.

Anreize schaffen mit Förderbeiträgen

Wie Bund, Kanton und Gemeinde die unterschiedlichen Massnahmen finanziell unterstützen, zeigte Thomas Stofer, Leiter der Technischen Betriebe Altstätten, im Anschluss auf. Dabei verwies er auf das kantonale Portal energieagentur-sg.ch. Hier können Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer den Förderbeitrag für einen GEAK berechnen. Es sei lohnenswert angesichts des hohen Zustupfs: «Nutzen Sie diese Chance und lassen Sie Ihr Haus überprüfen.»

Wichtig: Die Gesuche müssen vor dem Bau eingereicht werden. Ab Juli können die Beiträge der Stadt auch über das kantonale Portal berechnet und beantragt werden.

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