StartNewsBauwirtschaftBauen für die nächsten Generationen - So lässt sich Energie sparen

Bauen für die nächsten Generationen – So lässt sich Energie sparen

Über 140 Hauseigentümerinnen und -eigentümer besuchten zwei Infoanlässe anlässlich des kantonalen Green Day. Es informierten Referenten aus Wirtschaft, Kanton und Gemeinde über die Gebäudesanierung mit Konzept.

«Wenn wir bis 2050 unse­ren Energieverbrauch auf 2000 Watt pro Person sen­ken möch­ten, müs­sen wir uns heu­te auf den Weg machen.» Stadtpräsident Ruedi Mattle begrüss­te die Teilnehmenden und zeig­te auf, dass dafür die ener­ge­ti­sche Gebäudesanierung ent­schei­dend ist: Gut die Hälfte der hie­si­gen Gebäude hei­zen der­zeit mit Öl und Gas und ver­ur­sa­chen 87 Prozent der wär­me­be­ding­ten CO2-Emissionen. «Diese Bauten sind aber auch unse­re Chance», erklär­te Ruedi Mattle. «Sie stam­men meist aus den 70er und 80er Jahren und wer­den in den nächs­ten Jahren saniert.»

In enkeltaugliche Gebäude investieren

Wie Gebäude mit Konzept saniert wer­den, dar­über infor­mier­te Silvia Gemperle, Leiterin Energie und Bauen der Energieagentur St.Gallen. Sie mach­te fol­gen­den Vergleich: Während einst drei Apfelbäume auf einen Bürger kamen, ist es heu­te ein Baum auf fünf Bürger. «Wir sol­len Apfelbäume pflan­zen, wie wir bau­en und sanie­ren – für meh­re­re Generationen und die Natur», sag­te Silvia Gemperle.

Die ener­ge­ti­sche Sanierung ent­hält, abge­stimmt aufs Gebäude, meist meh­re­re Massnahmen; wie neue Fenster, neue Fassade, Dämmung der Kellerdecke und des Estrichbodens. Zentral sei auch, Heizzeiten und Thermostatventile regel­mäs­sig zu kon­trol­lie­ren und den eige­nen Verbrauch zu prü­fen. Denn auch Kleines kann im Grossen viel bewir­ken:

Der Energieverbrauch aller Kaffeemaschinen in der Schweiz ent­spricht etwa jenem der Stadt St.Gallen.

Entsprechend hoch sei das Sparpotential, wenn man die­se nach Gebrauch jeweils abstel­len wür­de.

Sanierung mit Konzept

Wo und wie jedes Haus Energie ein­spa­ren kann, zeigt der Gebäudeausweis der Kantone, kurz GEAK. Dabei ermit­telt ein Energieberater die Gebäudehülle, die Gesamtenergiebilanz und die direk­ten CO2-Emissionen und zeigt bei der Variante «Plus» kon­kre­te Möglichkeiten für die ener­ge­ti­sche Sanierung auf.

«Damit erhal­ten Hauseigentümer eine lang­fris­ti­ge Entscheidungshilfe für die Sanierung Ihres Hauses», sag­te Silvia Gemperle und emp­fahl den Eigentümern, davon Gebrauch zu machen, zumal der Kanton den GEAK auch stark sub­ven­tio­nie­re.

Energetische Sanierung zahlt sich aus

Mesut Schmid, Leiter Immobilien der St. Galler Pensionskasse, erläu­ter­te, wie der gesam­te Immobilienstand hin­sicht­lich bau­li­chen und ener­ge­ti­schen Zustands sys­te­ma­tisch beur­teilt wur­de. Anhand zwei prak­ti­schen Beispielen von Mehrfamilienhäusern aus den Achtzigern zeig­te er die Schritte zur ener­ge­ti­schen Sanierung auf.

Das Interesse an den Veranstaltungen zum Green Day war gross.

Das Interesse an den Veranstaltungen zum Green Day war gross. Bild: pd

Andererseits sprach Hanspeter Küng, Hauseigentümer an der Weidestrasse in Altstätten, im Interview über sei­ne Erfahrungen einer Fassaden- und Dachstocksanierung sei­nes Einfamilienhauses und dem Bau einer PV-Inndachanlage. Dabei unter­stri­chen bei­de Referenten den Nutzen des GEAKs und der Energieeffizienz. Die ener­ge­ti­sche Sanierung zah­le sich aus, sag­te Mesut Schmid, manch­mal schon kurz­fris­tig, wie beim Einbau von neu­en LED-Leuchten mit Bewegungsmeldern in einer Tiefgarage.

Anreize schaffen mit Förderbeiträgen

Wie Bund, Kanton und Gemeinde die unter­schied­li­chen Massnahmen finan­zi­ell unter­stüt­zen, zeig­te Thomas Stofer, Leiter der Technischen Betriebe Altstätten, im Anschluss auf. Dabei ver­wies er auf das kan­to­na­le Portal energieagentur-sg.ch. Hier kön­nen Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer den Förderbeitrag für einen GEAK berech­nen. Es sei loh­nens­wert ange­sichts des hohen Zustupfs: «Nutzen Sie die­se Chance und las­sen Sie Ihr Haus über­prü­fen.»

Wichtig: Die Gesuche müs­sen vor dem Bau ein­ge­reicht wer­den. Ab Juli kön­nen die Beiträge der Stadt auch über das kan­to­na­le Portal berech­net und bean­tragt wer­den.

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