StartNewsBauwirtschaftAlle Fakten zur Baubranche in der Schweiz 2023

Alle Fakten zur Baubranche in der Schweiz 2023

Wie steht es 2023 um die Baubranche in der Schweiz? In die­sem Beitrag zei­gen wir die wich­tigs­ten Entwicklungen auf und wer­fen einen Blick auf aktu­el­le Zahlen und Statistiken.

DIE BAUBRANCHE IN DER SCHWEIZ 2023 – DIE WICHTIGSTEN FAKTEN

2023 macht die Baubranche in der Schweiz zwi­schen 10 und 15 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus. Die Wertschöpfung befin­det sich bei 4 bis 5 Prozent und liegt dabei unter dem Durchschnitt der ande­ren Branchen. Dies ist aller­dings zu einem gros­sen Teil eini­gen – inter­na­tio­nal gese­hen – über­durch­schnitt­lich per­for­men­den Branchen des Dienstleistungssektors geschul­det.

Die Bruttowertschöpfung im Schweizer Baugewerbe lag 2021 bei 34,32 Milliarden Schweizer Franken. Bauausgaben und Bauinvestitionen befin­den sich wäh­rend­des­sen bei 67,4 Milliarden, bzw. bei 61,58 Milliarden Schweizer Franken.

Mit rund 330.000 erwerbs­tä­ti­gen Personen arbei­tet gut 6 Prozent der erwerbs­tä­ti­gen Bevölkerung in der Schweizer Baubranche. Wie in ande­ren Ländern auch, machen in der Schweiz männ­li­che Angestellte die über­wie­gen­de Mehrheit im Bauhauptgewerbe aus. 2023 ist gera­de ein­mal gut eine von zehn Angestellten weib­lich, inklu­si­ve Mitarbeitende in der Administration. Die Schweizer Baubranche ist zudem stark auf aus­län­di­sche Fachkräfte ange­wie­sen – über zwei Drittel der Beschäftigten stam­men aus dem Ausland, haupt­säch­lich aus Portugal.

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DIE FOLGEN DER PANDEMIE AUF DEN SCHWEIZER BAUSEKTOR

Mit im Vergleich zu vie­len ande­ren Ländern ver­gleichs­wei­se locke­ren Pandemie-Massnahmen wur­de das Tagesgeschäft des Schweizer Baugewerbes rela­tiv wenig beein­flusst. Die wirt­schaft­li­chen und glo­bal-poli­ti­schen Folgen hin­ter­las­sen jedoch ihre Spuren. Zu Anfang der Pandemie nah­men die Investition in den Schweizer Bausektor um rund zwei Prozent ab. Dies wur­de jedoch schon bald wie­der kom­pen­siert. Der Bedarf sowohl im Hoch‑, als auch im Tiefbau stieg 2021 kräf­tig an und sorg­te teil­wei­se für einen Mangel an Bauarbeitern und Bauarbeiterinnen.

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Die Pandemie brach­te aller­dings die glo­ba­len Lieferketten aus dem Gleichgewicht. Dies trieb die Kosten in die Höhe und führ­te zu Unsicherheiten in der Branche. Im Größen und Ganzen hielt sich die Schweizer Baubranche jedoch wacker und erwies sich als belast­ba­res Standbein der Schweizer Wirtschaft.

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SO BAUT DIE SCHWEIZ

Gemessen am Umsatz hal­ten sich der Hochbau und der Tiefbau in der Schweiz unge­fähr die Waage. Mit 10,02 Milliarden Schweizer Franken erziel­te der Tiefbau einen Umsatz von ledig­lich 0,52 Milliarden Schweizer Franken mehr als der Hochbau.

Hochbau

Der Hochbau umfasst Bauten, wel­che mehr­heit­lich über der Geländelinie statt­fin­den. Im Jahr 2021 ver­zeich­ne­te der Hochbau in der Schweiz einen Umsatz von 9,50 Milliarden Schweizer Franken. Der Fokus des Schweizer Hochbaus liegt in den Gebieten Wohnen und Bürogebäude. Doch auch staat­li­che Aufträge und Tourismusbauten machen einen signi­fi­kan­ten Anteil aus. 2022⁄23 arbei­ten über 80.000 Vollzeitbeschäftigte im Hochbau, dazu kom­men Teilzeitarbeitnehmer, tem­po­rär Angestellte und rund 3.800 Lernende.

Tiefbau

Als Abgrenzung und Gegenstück zum Teilgebiet des Hochbaus fin­det sich der Tiefbau. Er umfasst die Bauarbeiten, wel­che an oder unter der Erdoberfläche statt­fin­den. Mit einem Umsatz von 10,02 Milliarden Schweizer Franken ist der Tiefbau in der Schweiz etwas umsatz­stär­ker als der Hochbau. Der Infrastrukturbau macht einen enor­men Teil des Tiefbaus aus. Aufträge aus öffent­li­cher Hand sind dem­nach beson­ders bedeu­tend für den Tiefbau. Sowohl die Schweizerischen Bundesbahnen SBB CFF FFS, das eid­ge­nös­si­sche Bundesamt für Strassen, ASTRA, als auch kan­to­na­le und kom­mu­na­le Auftraggeber, gehö­ren zu den wich­tigs­ten Kunden des Tiefbaus. Rund die Hälfte aller gut 20.000 Vollzeitangestellten im Tiefbau arbei­ten im Strassenbau.

PROGNOSE FÜR DIE BAUBRANCHE IN DER SCHWEIZ 2023

In den Jahren der Pandemie demons­trier­te die Schweizer Bauwirtschaft ihre Stabilität. Mittlerweile bestehen kei­ne Zweifel mehr dar­an, wie wich­tig die­ser Sektor für die Eidgenossenschaft ist. Dennoch stellt sich im Anbetracht der aktu­el­len Umstände die Frage, wie es mit der Schweizer Baubranche wei­ter­geht.

Ausbaufähig im Bereich Innovation

Schon jetzt liegt die Ertragskraft in vie­len Gebieten der Schweizer Bauwirtschaft ziem­lich tief – Tendenz sin­kend. Die Schweizer Baubranche war tra­di­tio­nell erfolg­reich, doch sie gilt als nicht beson­ders inno­va­tiv und zukunfts­ori­en­tiert. Laut einer Umfrage von PWC gaben zwar 87 Prozent aller Teilnehmenden an, die Digitalisierung eher oder voll­stän­dig als Chance zu sehen. Doch weni­ger als 10 Prozent der Befragten bewer­te­ten den Stand der Digitalisierung in ihrem Unternehmen zum aktu­el­len Zeitpunkt als «sehr hoch».

Besonders klei­ne Unternehmen und Unternehmen aus dem Teilgebiet des Hochbaus sind der Digitalisierung gegen­über ten­den­zi­ell skep­tisch ein­ge­stellt. Über 40 Prozent gaben zudem an, in den nächs­ten ein bis vier Jahren weni­ger oder maxi­mal gleich viel Geld wie heu­te in die Digitalisierung inves­tie­ren zu wol­len. Das Positive: Auch wenn Skepsis noch vie­ler­orts vor­herrscht, beginnt sich 2023 bezüg­lich Digitalisierung und Innovation ein Umdenken abzu­zeich­nen.

Einflüsse von Aussen

Sorge berei­tet das all­ge­mei­ne Umfeld. Der Krieg in der Ukraine treibt die Energiekosten wei­ter in die Höhe. Bereits im Zuge der Pandemie auf­ge­tre­te­ne Probleme bei den Lieferketten wur­den wei­ter ver­schärft. Dadurch ver­teu­ern sich Baustoffe wie Zement und Stahl.

Darüber hin­aus füh­ren die unter­bro­che­nen Lieferketten zusam­men mit den hohen Energiekosten zu einem gefähr­li­chen Inflations-Cocktail, von wel­chem die Baubranche als eine der Ersten getrof­fen wird. Historische Anhebungen der Leitzinsen, wie sie kürz­lich von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und der Europäischen Zentralbank (EZB) vor­ge­nom­men wur­den, haben das Ziel, die Inflation wie­der abzu­küh­len. Die grund­le­gen­den Probleme der Lieferengpässe und der Energiekosten kön­nen die Zinsen aller­dings nicht beein­flus­sen, wes­halb das Preisniveau in der Schweizer Baubranche 2023 und dar­über hin­aus vor­aus­sicht­lich wei­ter stei­gen wird.

Zudem wird Bauen durch die in der Schweiz bereits merk­lich stei­gen­den Hypothekarzinsen unat­trak­ti­ver. Als wei­te­re unbe­kann­te Konstante auf die Zukunft der Schweizer Baubranche wirkt sich das gekün­dig­te Rahmenabkommen mit der Europäischen Union aus. Momentan steht für Schweizer Bauunternehmen also vie­les auf dem Spiel, der Ausgang ist noch unge­wiss.

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