Mailand-Strasse. Die Adresse passt. Sie klingt nach Fernweh, nach Kultur, nach Raffinesse. Die Mailand-Strasse, von der hier die Rede ist, liegt auf Basler Boden im Dreispitzareal. Dort hat das weltbekannte Architekturbüro Herzog & de Meuron (HdM) einen zweiten Standort eröffnet. «In Grösse und Lebendigkeit mit dem Campus im St. Johanns-Quartier vergleichbar», wie es in der Medienmitteilung heisst, aber «vertikal». Das heisst: Es geht in die Höhe.
Auf sieben Stockwerke verteilt soll der Ort «inspirierend und gemeinschaftlich» wirken. Bei einem mehrstöckigen Bürohaus nicht ganz einfach, sondern ambitioniert. Ganz nach dem Gusto von Jacques Herzog und Pierre de Meuron, die sich gerne an schwierige Aufgaben heranwagen. Auch wenn es in eigener Sache ist, wie an der Mailand-Strasse.

Wer sich dem Neubau – früher war hier die Burkhardt-Jundt AG – von Norden her nähert, könnte meinen, hier ankere ein Kreuzfahrtschiff. «Die Form des Gebäudes», so HdM, «folge der Geometrie des Grundstücks». Und diese Geometrie ist ein spitzwinkliges Dreieck, weil die Strassen in diesem Teil des Dreispitz (sic!) nun mal so angelegt wurden. Zu diesem Eindruck trägt bei, dass sich die oberen Stockwerke verjüngen.
Mitten im Dreispitz
Die grossflächigen, längsförmigen Sonnenstoren, die im Wind flattern, passen nicht ganz zur Analogie mit dem Kreuzfahrtschiff – da kommt einem eher ein mehrmastiger Schoner in den Sinn. Da das südliche Ende des Gebäudes eine saubere, gerade Kante ist, könnte man dies als Heck des Schiffs interpretieren. Licht lassen die grosszügigen Balkone in Hülle und Fülle ein. Bei Konstruktion und Materialwahl haben die Architekten auf Kreislauffähigkeit und einen geringen CO₂-Fussabdruck geachtet; im Wesentlichen Holz, Beton und Lehm.
Und wie sieht es von innen aus? 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben hier ihren Arbeitsplatz. Es hat auf allen Ebenen Galerien, sodass man easy über zwei Stockwerke hinweg miteinander kommunizieren kann. Die Arbeitsatmosphäre? Man könnte neidisch werden. Büros in verschiedenen Grössen, Rückzugsorte, zahlreiche Möglichkeiten, auf Terrassen zu gehen.

Pierre de Meuron und Jacques Herzog haben hier einen Arbeitsplatz – und weiterhin auch einen im Campus St. Johann. Alle anderen Dependancen in der Stadt hat man aufgegeben, als der Dreispitz im Januar 2026 nach zweieinhalb Jahren Bauzeit einzugsbereit war. Im Campus St. Johann sind noch hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Dieses «Kreuzfahrtschiff» legt nie ab. Doch das dürfte der einzige Stillstand sein an der Mailand-Strasse 28, einem Hort der Kreativität. Eine Bereicherung für das Dreispitzareal ist das Haus auf jeden Fall.


