StartNewsArchitekturDas Kreuzfahrtschiff mitten im Dreispitzareal

Das Kreuzfahrtschiff mitten im Dreispitzareal

Ein zweiter Standort für das Architekturbüro Herzog & de Meron (HdM) entsteht im derzeit dynamischsten Entwicklungsgebiet Basels und bietet Platz für rund 300 Mitarbeitende.

Mailand-Strasse. Die Adresse passt. Sie klingt nach Fernweh, nach Kultur, nach Raffinesse. Die Mailand-Strasse, von der hier die Rede ist, liegt auf Basler Boden im Dreispitzareal. Dort hat das welt­be­kann­te Architekturbüro Herzog & de Meuron (HdM) einen zwei­ten Standort eröff­net. «In Grösse und Lebendigkeit mit dem Campus im St. Johanns-Quartier ver­gleich­bar», wie es in der Medienmitteilung heisst, aber «ver­ti­kal». Das heisst: Es geht in die Höhe.

Auf sie­ben Stockwerke ver­teilt soll der Ort «inspi­rie­rend und gemein­schaft­lich» wir­ken. Bei einem mehr­stö­cki­gen Bürohaus nicht ganz ein­fach, son­dern ambi­tio­niert. Ganz nach dem Gusto von Jacques Herzog und Pierre de Meuron, die sich ger­ne an schwie­ri­ge Aufgaben her­an­wa­gen. Auch wenn es in eige­ner Sache ist, wie an der Mailand-Strasse.

Der Neubau von Herzog & de Meuron belebt das Dreispitzareal. Bild: Maris Mezulis

Wer sich dem Neubau – frü­her war hier die Burkhardt-Jundt AG – von Norden her nähert, könn­te mei­nen, hier anke­re ein Kreuzfahrtschiff. «Die Form des Gebäudes», so HdM, «fol­ge der Geometrie des Grundstücks». Und die­se Geometrie ist ein spitz­wink­li­ges Dreieck, weil die Strassen in die­sem Teil des Dreispitz (sic!) nun mal so ange­legt wur­den. Zu die­sem Eindruck trägt bei, dass sich die obe­ren Stockwerke ver­jün­gen.

Mitten im Dreispitz

Die gross­flä­chi­gen, längs­för­mi­gen Sonnenstoren, die im Wind flat­tern, pas­sen nicht ganz zur Analogie mit dem Kreuzfahrtschiff – da kommt einem eher ein mehr­masti­ger Schoner in den Sinn. Da das süd­li­che Ende des Gebäudes eine sau­be­re, gera­de Kante ist, könn­te man dies als Heck des Schiffs inter­pre­tie­ren. Licht las­sen die gross­zü­gi­gen Balkone in Hülle und Fülle ein. Bei Konstruktion und Materialwahl haben die Architekten auf Kreislauffähigkeit und einen gerin­gen CO₂-Fussabdruck geach­tet; im Wesentlichen Holz, Beton und Lehm.

Und wie sieht es von innen aus? 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben hier ihren Arbeitsplatz. Es hat auf allen Ebenen Galerien, sodass man easy über zwei Stockwerke hin­weg mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren kann. Die Arbeitsatmosphäre? Man könn­te nei­disch wer­den. Büros in ver­schie­de­nen Grössen, Rückzugsorte, zahl­rei­che Möglichkeiten, auf Terrassen zu gehen.

Viel Holz und offe­ne Galerien. Hier arbei­ten ins­ge­samt 300 Menschen. Bild: Maris Mezulis

Pierre de Meuron und Jacques Herzog haben hier einen Arbeitsplatz – und wei­ter­hin auch einen im Campus St. Johann. Alle ande­ren Dependancen in der Stadt hat man auf­ge­ge­ben, als der Dreispitz im Januar 2026 nach zwei­ein­halb Jahren Bauzeit ein­zugs­be­reit war. Im Campus St. Johann sind noch hun­dert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Dieses «Kreuzfahrtschiff» legt nie ab. Doch das dürf­te der ein­zi­ge Stillstand sein an der Mailand-Strasse 28, einem Hort der Kreativität. Eine Bereicherung für das Dreispitzareal ist das Haus auf jeden Fall.

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